Disy Informationssysteme GmbH; Cadenza; Schadstoffmessung
© Disy Informationssysteme GmbH

„Datenförderierungsschicht“ in NRW

Datenbereitstellung für INSPIRE und fachübergreifende Analysen im LANUV

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) baut eine zentrale Datenföderierungsschicht (DFS) auf. Fachdaten können hier nicht nur komfortabel und fachübergreifend, sondern auch INSPIRE-konform bereitgestellt und analysiert werden.

Wie ist die Lage von Messstellen verschiedener Netze übersichtlich in Karten darzustellen? Auf welche Weise lässt sich die räumliche Beziehung zwischen Messstelle und Fachthemen des Umweltschutzes wie Boden, Luft und Wasser analysieren und in fachübergreifenden Themenkarten präsentieren? Diese Aufgaben des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) werden den Mitarbeitern der Behörde künftig viel einfacher von der Hand gehen.

Architektur der Datenföderierungsschicht im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV).
© LANUV/Disy

Datendrehscheibe sorgt für Interoperabilität

Die Behörde in Recklinghausen hat schon vor längerer Zeit den Aufbau einer zentralen Datenföderierungsschicht (DFS) zur Zusammenfassung der Daten beschlossen. In einer Art Datendrehscheibe sollen Fachdaten dann den INSPIRE-Richtlinien entsprechend und interoperabel zur Verfügung stehen. Das Karlsruher Unternehmen Disy Informationssysteme GmbH wurde mit einem Teil der Umsetzung beauftragt und realisiert die Visualisierung und Auswertung der DFS-Daten für das LANUV.

Vielseitige Auswertungen mit Geo-Analytics-Plattform

Eine Aufgabe ist es dabei, die Datenstrukturen für die DFS zu definieren und zu strukturieren, damit die Daten aus den Fachinformationssystemen plausibel und konsistent in die DFS importiert werden können. Anschließend werden alle Daten in der Geo-Analytics-Plattform für eine einheitliche Herangehensweise der Datenverarbeitung aufbereitet.

Messstellen zur Gewässer- und Luftqualität in der Region Duisburg/Oberhausen.
© Disy Informationssysteme GmbH

Räumliche Zusammenhänge aufzeigen

Dabei dient die Geo-Analytics-Plattform sowohl als Werkzeug für die Qualitätskontrolle der Daten als auch zur Visualisierung der verschiedenen Umweltinformationen sowie derer Zusammenhänge. Neben der Reporting-Komponente, mit der die inhaltlichen Informationen ausgewertet und aufbereitet werden, bietet das System auch umfangreiche GIS-Optionen, um die räumlichen Zusammenhänge der NRW-landesweiten Messnetze aufzuzeigen. Dadurch können zum Beispiel benutzerfreundlich die räumliche Ausbreitung gemessener Schadstoffwerte simuliert oder Beziehungen im System der Messnetze aufgezeigt werden. Ebenfalls möglich ist die Recherche von Messstationen und die Auswertung der vorhandenen Daten anhand von räumlichen Kriterien mit wenigen Klicks. Durch die Verarbeitung der Daten in Filterformularen werden zusätzlich INSPIRE-konforme Ansichten der LANUV-Daten generiert und für eine Weiterverarbeitung verfügbar gemacht.

Daten der Luftqualitätsüberwachung und Gewässer integriert

Aktuell sind bereits zwei umfangreiche Datenpakete in die DFS integriert. Dazu gehören die Daten der Fachbereiche, die sich mit der Luftqualitätsüberwachung befassen sowie die Gewässerdaten mit dem Messnetz der Grundwassermessstellen. Im weiteren Projektverlauf werden unter anderem Lärmkartierungsdaten, klima- und bodenkundliche Informationen sowie naturschutzfachliche Daten ergänzt. Auch Daten aus der Anlagenüberwachung sollen in den fachlichen Kontext eingebunden werden. Im Laufe des Aufbaus der DFS steht Disy in regem Austausch mit dem LANUV, damit die an der Umsetzung unbeteiligten Fachbereichen ausreichend Gelegenheit haben, die eigenen Anforderungen für die weitere Umsetzung des Projektes zu formulieren.

Wir erwarten, dass zu vielen Themen unseres Journals bei Ihnen der Wunsch besteht, sich auszutauschen. Daher planen wir eine Kommentarfunktion für unsere registrierten Leser.