Staatssekretär Klaus Vitt eröffnet 6. Zukunftskongress Staat & Verwaltung
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SERIE: Rund um den 6. Zukunftskongress Staat und Verwaltung

Alles auf Innovation und Agilität

Staatssekretär Vitt erläutert „Think and Do Tank“ / BMI und BMVg planen „Agentur für Disruptive Innovationen“

Zentrales Datenportal, moderne Registerlandschaft, „Once Only“ – um eine nutzerfreundliche digitale Verwaltung zu erreichen, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. „Die Bedarfe der Nutzer und ein ganzheitlicher Blick stehen dabei immer im Fokus", erklärte heute Bundesinnenstaatssekretär Klaus Vitt zur Eröffnung des zweiten Tages des 6. Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin.

„Nutzerorientierung first“ bedeute auch, dass bei der Umsetzung von Digitalprojekten agile Vorgehensweisen genutzt werden. „Im Rahmen der OZG werden bereits moderne Methoden wie Design Thinking oder Labor-Ansätze verwendet“, sagte der Bundes-CIO. Hinzu kommt die schon angekündigte „E-Government-Agentur“, die im Bundesinnenministerium angesiedelt werden und die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft adressieren soll.

Eröffnungsdiskussion, 6. Zukunftskongress Staat & Verwaltung
Diskutierten zur Eröffnung (v. l. n. r.): Rudolf Schleyer, Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB); Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesinnenministerium; Dr. Johannes Ludewig, Wegweiser GmbH Berlin Research & Strategy.
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Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Fokus ausbauen

„Die Basis bildet ein „Think and Do Tank“, mit dessen Hilfe wir Erfahrungen bei der Nutzung moderner und agiler Methoden sammeln und verbreiten wollen.“ Die wissenschaftliche Unterstützung soll dafür aus dem vom BMI geförderten Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) beim Fraunhofer-FOKUS-Institut in Berlin kommen. Die Agentur soll zudem mit unterschiedlichen „Innovationseinheiten“ in Ländern und Kommunen – etwa den öffentlichen IT-Dienstleistern – kooperieren, kündigte Vitt an.

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Wir kennen zwar die großen und alteingesessenen Unternehmen, aber die vielen kleinen Startups, fallen bisher viel zu oft durch unser Raster.

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Gelegenheit für Innovationen

Mit Blick auf die Wirtschaft will sich das Ministerium einen besseren Überblick über die Landschaft der E-Government-Anbieter verschaffen. „Wir kennen zwar die großen und alteingesessenen Unternehmen, aber die vielen kleinen Startups, fallen bisher viel zu oft durch unser Raster.“ Ziel soll es sein, innovativen Produkten aus der Entrepreneur-Szene einen besseren Zugang zu Vergaben und Beauftragungen der Bundesverwaltung zu ermöglichen. Ähnlich versuchen es bereits andere öffentliche Einrichtungen wie das „Cyber Innovation Lab“ der Bundeswehr.

Darüber hinaus soll die Agentur ehrenamtliche Entwickler, Designer und andere kreative „Digital-Köpfe“ fördern. Der laufende Betrieb, die Pflege und Weiterentwicklung von Freiwilligen und NGOs übersteige letztlich oft deren Kapazitäten. Deshalb müssten gute Anwendungen auch hier von der Verwaltung übernommen werden.  

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Auf dieser Basis werden verwaltungsinterne „Startups“ gegründet, die mit klaren, knapp kalkuliertem Zeit- und Budget-Vorgaben erste Produkte zur jeweiligen Idee entwickeln und am Markt testen.

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Ideen-Pitches und Startups innerhalb der Verwaltung?

Aufgabe der „E-Government-Agentur“ sei es, Methodenwissen und Knowhow in der Bundesverwaltung zu verbreiten und die digitale Transformation insgesamt aktiv zu unterstützen. „Dafür wird sie gemeinsam mit den Fachbehörden verwaltungsinterne „Ideen-Pitches“ initiieren“, sagte Vitt. „Auf dieser Basis werden verwaltungsinterne „Startups“ gegründet, die mit klaren, knapp kalkuliertem Zeit- und Budget-Vorgaben erste Produkte zur jeweiligen Idee entwickeln und am Markt testen.“ Kleine Teams sollen „relativ frei“ agieren können und sich gleichzeitig von Beginn an auch an Nutzerzahlen messen lassen. Ziel sei es, ein breit gefächertes Innovationsmanagement für die Bundesverwaltung zu begründen, so Vitt.       

Ein breit gefächertes Innovationsmanagement für die Bundesverwaltung gründen.

 

Defensive Cyber-Abwehr im Zweifel zu wenig

Die Chancen der Digitalisierung hängen heute grundlegend auch davon ab, wie sicher Netzwerke, Prozesse und Applikationen sind. Neben der Weiterentwicklung von Cyber-Abwehrzentrum („ressortübergreifende zentrale Kooperationsstelle“) und IT-Sicherheitsgesetz („Mindeststandards auch für KMU“) betonte der CIO die Notwendigkeit einer „aktiven zivilen Abwehr“. Reine präventive Maßnahmen reichten bei gravierenden Cyber-Angriffen nicht. Laut Vitt ein schwieriges Feld, denn: „Hier bestehen komplexe rechtliche und politische Fragestellungen, zu denen derzeit vorbereitende Prüfungen laufen mit dem Ziel, der Bundesregierung hierzu zeitnah Vorschläge unterbreiten zu können.“       

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Komplexe rechtliche und politische Fragestellungen, zu denen derzeit vorbereitende Prüfungen laufen.

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Mit explizit risikofreudiger Methodik Forschungsprojekte fördern

Die digitale Souveränität der Bundesrepublik steht jedoch nicht nur mit Blick auf die Sicherheit im Netz zur Disposition. Die Bundesrepublik sei bei Schlüsseltechnologien zunehmend auf Fremdprodukte aus den USA und Asien angewiesen, so der Staatssekretär. Das Bundesinnenministerium und das Bundesministerium für Verteidigung planen deshalb gemeinsam eine „Agentur für Disruptive Innovationen in der Cybersicherheit und Schlüsseltechnologien“ (ADIC). Dadurch soll der Bedarf an IT-Sicherheitstechnologie inklusive militärischer Anwendungen „auf höchstem Niveau“ gesichert werden. Vitt: „Vorbild der Agentur ist die amerikanische Forschungsagentur DARPA, die in explizit risikofreudiger Methodik Forschungsprojekte fördert.“

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