Großansicht einer Schreibmaschine mit eingespanntem Papier, auf dem Transfomations steht
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Blitzumfrage „Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Verwaltung“

Die Antworten von 160 kommunalen Behörden liegen vor

Im Vorfeld des Zukunftskongress-digital wurden die Behördenleiter*innen aller 965 Landkreise und Städte mit mehr als 20.000 Einwohner*innen über ihre Erfahrungen mit Corona befragt. Die Rücklaufquote von 16,6 Prozent ist angesichts der knappen Befragungsdauer von lediglich 8 Tagen sehr zufriedenstellend und erlaubt ein weitgehend repräsentatives Bild der kommunalen Ebene.

Diane Schöppe

Die kommunalen Behörden waren durch die Corona-Pandemie stark betroffen. Offene Bürgersprechstunden wurden eingestellt, Mitarbeiter*innen ins Homeoffice geschickt. Neue Formen der Kommunikation und des Arbeitens mussten gefunden, erprobt  und etabliert werden. Die Teilnehmer*innen der Blitzumfrage gaben an, dass sich etwa Videokonferenzen, Homeoffice und Online-Terminvergaben auch auf kommunaler Ebene etabliert hätten.

Aus Sicht der teilnehmenden Behördenleitungen haben sich Staat und Verwaltung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie bewährt. Die Befragten zeigen sich mit dem Umgang sowohl ihrer Behörde als auch der Verwaltung allgemein mit der Corona-Pandemie insgesamt zufrieden. Problematisch wurden dagegen die zentralen Vorgaben von Bund und Ländern sowie die defizitäre Digitalisierung gesehen.

Die Corona-Pandemie hat nach Ansicht von über 90 Prozent der Befragten klar gezeigt, dass die deutsche Verwaltung einen deutlichen Beschleunigungsschub bei der Digitalisierung braucht. Die persönlichen Einstellungen der Befragten gegenüber einer digitalisierten Verwaltung wurden durch ihre Erfahrungen während der Corona-Krise positiv beeinflusst. 15,7 Prozent der befragten kommunalen Behörden sehen sich als Vorreiter auf dem Gebiet der Digitalisierung.

Fehlende Finanzmittel sowie unzureichende Digitalisierung und IT-Infrastruktur sind im Moment die größten Herausforderungen auf kommunaler Ebene. Fast die Hälfte der befragten Behörden benötigen dringende finanzielle Hilfe und – etwas weniger – Hilfe in Hinblick auf Digitalisierung und IT-Infrastruktur.

Die Umfrage erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), das die Schirmherrschaft für den Zukunftskongress-digital übernommen hat. Gerhard Hammerschmid und das Centre for Digital Governance der Hertie School waren wissenschaftliche Partner der Befragung. Die Ergebnisse werden in die weiteren Maßnahmen des BMI im Umfeld der Digitalen Verwaltung einfließen.

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