Heidelberg

„Innovation und Digitalisierung Kommunen und Landkreisen in Baden-Württemberg“

Studienergebnisse der Digitalakademie@bw & KI-Gutachten

Um Angebote und Formate zu entwickeln, die an den Bedarfen der Kommunen und Landkreise ausgerichtet sind, hat das Fraunhofer IAO im Rahmen des KIC@bw untersucht, wie innovativ und wie digital die öffentlichen Verwaltungen im Land Baden-Württemberg heute bereits sind und welche Hürden sie bei innovativen Vorhaben erleben. Dazu wurde Anfang 2019 eine Online-Befragung durchgeführt, an der 104 Kommunen (entspricht rund 10 Prozent) und 26 Landkreise (entspricht mehr als zwei Drittel) teilgenommen haben. Im Zuge dessen hat das Fraunhofer IAO ein Gutachten zu den Anwendungsfeldern von künstlicher Intelligenz im öffentlichen Sektor erstellt.

Die Studie zeigt, dass die Kommunen und Landkreise die Relevanz von Innovation und Digitalisierung grundsätzlich sehr hoch bewerten. Jedoch fällt die Einschätzung der Befragten, wie digital und wie innovativ ihre jeweilige Verwaltung derzeit ist, deutlich bescheidener aus (ebd. S. 9ff). Auch wenn die Befragten die größten Hürden in den gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderstrukturen sowie in fehlenden Ressourcen sehen (ebd. S. 39ff), hängt die Innovativität einer Kommune oder eines Landkreises nicht von der Größe oder der finanziellen Ausstattung der Verwaltung ab. Vielmehr ist die Gestaltung der verwaltungsinternen Rahmenbedingungen entscheidend (ebd. S. 19).

Wie wichtig sind Innovation & Digitalisierung für Ihre Kommune/Landkreis?
© Franhofer IAO

Wenn eine öffentliche Verwaltung ein klares Zielbild hat, wie die Verwaltung sowie die Daseinsvorsorge von Morgen aussehen soll, wenn sie die Arbeitsprozesse konsequent entlang dieses Ziels ausrichtet und die verschiedenen Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben entsprechend priorisiert, stehen die Chancen für die erfolgreiche Umsetzung von neuen Lösungen und Herangehensweisen grundsätzlich gut.

Ein zweiter Stellhebel, den die Verwaltungen selbst beeinflussen können, um ihre eigene Innovationskraft zu stärken, ist die Förderung einer offenen, auf Austausch und Zusammenarbeit ausgerichteten Organisations- und Arbeitskultur (ebd. S. 25). In der Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg, über die eigene Region hinaus und mit Akteuren anderer gesellschaftlicher Bereiche liegt ein großes Potenzial, denn Neues entsteht, wenn man sich für andere Sichtweisen öffnet.

Gutachten zu KI-Anwendungsfeldern und –Szenarien für kommunale Einsatzbereiche

Im Rahmen einer im Dezember 2019 erscheinenden Studie hat das Fraunhofer IAO in Zusammenarbeit mit dem »The Open Government Institute (TOGI)« der Zeppelin Universität Friedrichshafen untersucht, wie künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren die Organisation und Arbeitsweisen in der öffentlichen Verwaltung verändern wird. Dabei liefert das Gutachten einen Überblick der Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten von KI im öffentlichen Sektor.

Bei den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) bieten, stellen sich nicht nur Unternehmen, sondern verstärkt auch öffentliche Verwaltungen die Frage, wie KI sinnvoll genutzt werden und ein erster Einstieg gelingen kann, um konkrete Einsatzpotenziale kennenzulernen? Die Studie soll dabei nicht nur einen Überblick über die Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten von KI im öffentlichen Sektor liefern sondern den Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung auch als Hilfestellung dienen, um die mit KI verbundenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken abwägen und einschätzen zu können.

Beispiele aus Anwenderperspektive machen KI-Potenziale greifbar

Das Gutachten zielt darauf ab, nicht die theoretischen Möglichkeiten von KI-Technologien zu beleuchten, sondern vielmehr den potenziellen Anwenderinnen und Anwendern anhand von konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie KI den Arbeitsalltag erleichtern kann. Um solche Beispiel zu identifizieren, haben sich KI-Expertinnen und -Experten im Mai und Juni 2019 im Rahmen von drei Workshops mit Verwaltungsmitarbeitenden und wissenschaftlichen Vertreterinnen und Vertretern in den Städten Ulm, Mannheim und Stuttgart zusammengefunden, um bereits bestehende als auch potenzielle Anwendungsmöglichkeiten zusammenzutragen, zu diskutieren und zu bewerten.

Ein Anwendungsbeispiel der Studie: der Chatbot
© a-image /Shutterstock.com

den möglichen Anwendungsbeispielen, die in der Studie vorgestellt werden, zählen unter anderem: Chatbots und persönliche Sprachassistenten, Service-Roboter als digitale Assistenten, sichere und dennoch einfache Methoden des persönlichen Zugangs zu virtuellen Systemen (Stichwort: Identitätsmanagement) oder auch Anwendungen des e-Governments für die Sachbearbeitung. Neben diesen Anwendungsbeispielen werden in der Studie auch Verfahren und Prozesse vorgestellt, Stärken und Schwächen analysiert und Empfehlungen mit Hinblick auf die Umsetzung abgegeben.

Drei Zukunftsszenarien schildern vorstellbare KI unterstütze Arbeitswelten

Um eine Idee davon zu geben, wie die Arbeitswelt mit KI künftig aussehen könnte, schließt die Studie mit einer Darstellung von drei Zukunftsszenarien »Von KI-Systemen dominierte Verwaltung«, »KI-gestützter Überwachungsstaat« und »Konstruktive Kombination von menschlicher und künstlicher Intelligenz« und gibt konkrete Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Digital Transformation Lab München

Studierende entwickeln Anwendungen für und mit dem öffentlichen Sektor

Örtlichkeit als Innovationsquelle

„Zukunftsstadt 2030“: Ulm holt Bürger in Innovation Labs, um an Lösungen rund um das IoT zu basteln

Wir erwarten, dass zu vielen Themen unseres Journals bei Ihnen der Wunsch besteht, sich auszutauschen. Daher planen wir eine Kommentarfunktion für unsere registrierten Leser.